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MurnauMiteinander ermöglicht: Tschechow im Kultur und Tagungszentrum

28.11.2017

Keine Aufführung seiner "Drei Schwestern" oder "Die Möwe" ist am 28. November dort zu sehen. Aber doch ein typischer Tschechow, denn auch in "Kaschtanka" geht es über den Sinn des Daseins, über die subjektive Sicht des Glücks, über die Rolle der Heimat. "Katschanka" ist eine frühe Kurzgeschichte von Tschechow. Das Theater Mummpitz hat aus diesem Stück Weltliteratur eine Inszenierung gemacht mit viel Musik, viel Artistik, viel Pyrotechnik und doch auch mit vielen Momenten der Nachdenklichkeit. Warum geht Katschanka zurück, diese rotbraune Kreuzung aus Dackel und Hofhund, die in der Stadt ihren Herrn verloren hat? Zurück zum Tischler Luka Aleksandritsch, der ihr wenig zu fressen gab und sie oft anschnauzte, vor allem wenn er betrunken war? Warum bleibt sie nicht beim Zirkusclown George, der sie - die Verlorene - mit nach Hause nimmt? Der sie nicht anschnauzt, ihr ordentlich zu fressen gibt, und der sie zu ihrer großen Freude sogar als Artistin in eine Zirkusnummer einbaut: der ägyptischen Pyramide?
Sie hat sich bei ihrem neuen Herrn wohlgefühlt, aber sie geht freiwillig zurück, weil sie sich doch immer nach dem Geruch von Leim, Lack und Spänen gesehnt hat.
Es ist Tschechows melancholische Auffassung vom undurchschaubaren Leben, die er in der Fabel ausbreitet. Es sind zwei Schauspielerinnen mit ihren drei Kollegen, die sie auf Murnaus Bühne genussreich sichtbar machen. Aber das ist ja Kindertheater! Kindertheater? Für Kinder, so schreibt Tschechow, ist aus dem für Erwachsene Geschriebenen das Richtige auszuwählen, echte Kunstwerke.
Dem Theater Mummpitz ist das Auswählen gelungen: Am Dienstag, am 28. November um 18 Uhr für Familien und am Tag danach in zwei Schulvorstellungen für die dritten und vierten Schuljahre von Murnau, ist ein Kunstwerk zu sehen.

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