Veranstaltungen & Projekte

Projekt Murnau summt - Mai bis Oktober 2015

03.05.2015

Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. sind unersetzlich. Als Blütenbestäuber sorgen sie für die Befruchtung unserer Nahrungspflanzen und die Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Doch sie finden immer weniger Nahrung.

Jede und jeder kann dazu beitragen Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. zu unterstützen.

Mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm informieren wir von Mai bis Oktober: Führungen, Verköstigungen, Informationsveranstaltungen, Open Air Kino und vieles mehr.

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Die Honigbienen haben Probleme. In jedem Winter sterben unzählige Völker. Sie sind offenbar geschwächt und können sich aus eigener Kraft scheinbar nicht mehr gegen den Befall mit einer Milbe wehren. Durch das Sterben der Honigbienen haben wir Menschen Probleme, denn der größte Teil unseres Obst und Gemüses wird von diesen fleißigen Bienen bestäubt. Das Verschwinden der Honigbienen würde uns vor ungeahnte Probleme stellen. Natürlich ist das Verschwinden aller anderen 480 Wildbienenarten, der Hummeln, Schmetterlinge und anderen Insekten genauso tragisch für unser Ökosystem. Bei der Honigbiene ist das Zusammenwirken nur einfacher zu verstehen, da wir so unmittelbar betroffen sind. Monetär gesehen liegt der Wert dieser Blütenbestäuber für Menschen und Natur bei 14 Milliarden Euro jährlich – allein in Europa!

Entsprechend unserer Einflussmöglichkeiten haben wir uns daher im Jahr 2015 vor allem mit dem öffentlichen und privaten Grün beschäftigt. Ob in Blumentöpfen oder Kübeln, auf dem Balkon oder im Garten im kommunalen Raum oder in der freien Natur. Überall können wir daran denken, dass Blumen nicht nur unser Herz erfreuen, sondern auch Nahrungsgrundlage, Eiablage- oder Nistplatz für viele andere sind.

Das Problem des Bienensterbens ist wie meist in der Natur kompliziert und multifaktoriell. Hauptproblem ist der Einsatz von Insektiziden. Diese haben im privaten Gärten und auf Balkonen sowieso nichts zu suchen und man sollte hier auf natürliche Mittel oder Anbaumethoden zurückgreifen. Doch es gibt weitere Probleme, das Verschwinden der natürlichen Nahrungsgrundlagen für die Bienen – zur richtigen Zeit. Denn so eine Biene braucht natürlich Nahrung, sobald sie nach der Winterruhe das erste Mal den Stock verlässt und dann bis in den späten Herbst hinein. Leider werden unsere natürlichen Frühlingsblüher immer mehr verdrängt von Züchtungen oder exotischen Gewächsen, die den Bienen keine Nahrung bieten. Auch im Jahresverlauf wird das nicht besser, wenn z.B. gefüllte Blüten die Bienen zwar anlocken, aber keine Nahrung bieten, denn das Staubblatt, das den Pollen liefert wurde hier in ein Blütenblatt umgezüchtet. Vielfalt ist nicht nur hier das Zauberwort.
Daher haben wir u.a. dafür gesorgt, dass wieder mehr Wildblumensamen ausgesät werden.

Im Kurpark ließen wir die von den Künstlern Tobias Ollert und Raphael Grotthus gebaute Gießkanne aufstellen und bepflanzten sie mit Unterstützung der Murnauer Gärtnereien Lachner und Benn und dem Ohlstädter Garten Eden mit bienenfreundlichen Rankpflanzen.

Unter dem Ausguss der Kanne legten wir dann mit Unterstützung vieler Helfer tropfenförmige Beete an, die wiederum mit bienenfreundlichen Pflanzen bestückt oder eingesät wurden.

Franz Höcker vom Imkereikreisverband Garmisch-Partenkirchen stellte uns freundlicherweise nahe der Gießkanne im Kurpark einen Bienenschaukasten auf, in dem das ganze Jahr über das Leben im Bienenstock beobachtet werden konnte.

Bei der Maidult, am 3.5.2015, verteilten wir an unserem Stand viele Informationsmaterialien zum Thema, warben um Paten für dieses Projekt und zeigten anhand von Beispielen, wie man seinen Garten naturnah gestalten kann. Aber auch die dort mit Ständen vertretenen Gärtnereien boten eigens dafür ausgezeichnete bienenfreundliche Pflanzen an.

Den Tag der Biodiversität, den 29. Mai, feierten wir zusammen mit dem Umweltrefereat bei traumhaftem Wetter mit Biowein neben einer herrlichen Blumenwiese am Drachengarten.

Nach einigen witterungsbedingten Verschiebungen war es am 3. Juni dann endlich soweit, dass wir das offizielle Einweihungsfest für unsere Gießkanne und unser Projekt veranstalten konnten. Im Rahmen eines bunten Festes und aufgelockert von vielen Musikeinlagen interviewte die Rundfunkmoderatorin Angela Braun Beteiligte und Unterstützer des Projektes, um den Besuchern auf unterhaltsame Weise das Thema näher zu bringen.

Jung und alt konnte sich unterhalten, an der Bühne oder an Ständen informieren oder sich selbst einbringen, wie es diese jungen Helfer hier tun. Die Konditorei Krönner, und die Backshops von Feneberg und Tenglmann sowie Tom Fiedler spendeten Bienenstich und Herr Weissner grillte bewirtete die Gäste an der Muschel im Kurpark.

Im Juli gab es dann im Kurpark eine Lesung mit Claus-Peter Lieckfeld, dem Coautoren von „More than Honey", dem Buch zu dem hervorragenden Film vom Markus Imhoof über das weltweite Bienenproblem, der mit unserer Unterstützung im Kurgästehaus präsentiert worden war.

Am 25./26. Juli präsentierten wir dann mit einem Stand am Kulturknall die Hobosphäre, die neuartige Entwicklung eines runden Bienenstocks, der den Bienen bessere Bedingungen schaffen soll und offenbar höhere Überlebensraten im Winter sichert. Viele Interessierte scharten sich um Andreas Heidinger, der diese Bienenkugel in Zusammenarbeit mit dem Bienenforschunginstitut der Uni Würzburger entwickelt hat.

Im Oktober präsentierten wir zusammen mit dem BUND Naturschutz den Vortrag "Bunte Gärten und blühende Parks". Als Referent konnte der Umweltpädagoge Markus Haseitl aus Bad Grönenbach gewonnen werden. Der in einem spannenden und unterhaltsamen Vortrag von den Entwicklungen in Bad Grönenbach berichtete, wo die Kommune seit einigen Jahren bei der bienenfreundlichen Umgestaltung unterstützt und dies mit Vorträgen und Führungen vermittelt.

Mit eine Abschlussbrunch in der Auszeit beendeten wir diese Projekt im Jahr 2015. Präsentiert wurde nicht nur ein wunderbares Buffet sondern per Beamer auch unzählige Bilder von den verschiedenen Aktionen.

Ich glaube wir konnten bei einigen Murnauerinnen und Murnauer ein wenig mehr Interesse und Verständnis für das Thema Bienen, Insekten und Natur wecken. Und alle, die sich einmal genauer mit dem Thema Bienen beschäftigt haben werden nie mehr vergessen, was diese kleinen Mitbewohner leisten, wie wichtig sie für uns sind und was wir für sie tun – oder vielleicht auch lassen – können.